Tanz, Zeichnung und Degas

Der im deutschsprachigen Raum vor allem als Dichter der poésie pure bekannte Paul Valéry schuf neben seiner Lyrik, die von großer Klarheit und Deutlichkeit geprägt ist, auch ein nennenswertes philosophisches Werk. Es setzt sich aus einigen Essay- und Aphorismenbänden zusammen, beziehungsweise seinen umfangreichen Notizen, den Cahiers.

Im Zusammenhang der Kritischen Theorie ist Valéry nur ein Begriff, weil ihm Theodor W. Adorno, der ihn trotz dessen politisch zweifelhafter Einstellung schätzte, einen längeren Essay widmete. Dennoch werden seine Schriften, schon gar nicht die weniger bekannten, kaum gelesen. Dabei ist eine der letzteren die vielleicht beachtenswerteste und jedenfalls charmanteste: der kleine Band über Degas, in dem Valéry dem bewunderten Maler knappe Bemerkungen an den Rand einiger Zeichnungen ‚kritzelt’.

Freitag, 31. Jänner, 19:00

Ernst Blochs „Spuren“

Ernst Blochs 1930 erschienenes Werk Spuren zeichnet sich durch ein ganz besonderes Verfahren des denkenden Erzählens und erzählenden Denkens aus. Dieses Verhalten zu Literatur, Geschichten, Berichten und Ereignissen, in denen Bloch ganz zuhause war, kennzeichnet auch andere Stellen seines Werkes − etwa Teile des Prinzip Hoffnungs − aber nur die Spuren sind völlig davon durchdrungen und stellen es in großer Geschlossenheit dar. Sie bilden so eine eigene Welt, die etwas abseits Blochs systematischerer Schriften liegt.

In angenehmen Rahmen soll diese verstreute Schrift und was daran reizt hergezeigt werden. Nach einer knappen Einführung werden ausgewählte Passagen gelesen, besprochen und diskutiert. Der Abend stellt also eine Mischung aus Vortrag, Lesung und Diskussionsrunde dar. Gestaltet wird die Soirée von Simon Sailer.

Mittwoch, 26. Juni, 19:30